Ernährungs-Lexikon

Harnsäure

Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Täglich werden jeweils rund 350 Milligramm Harnsäure vom Körper gebildet sowie in Form von purinhaltigen Lebensmitteln über die Nahrung aufgenommen. Die tägliche Ausscheidung über die Niere beträgt ebenfalls rund 350 Milligramm. Wird Harnsäure vermehrt gebildet oder vermindert ausgeschieden, führt dies zu erhöhten Harnsäurewerten im Blut, was auch als Hyperurikämie bezeichnet wird.

Die obere Normgrenze des Serumharnsäurespiegels liegt bei 6,4 Milligramm pro 100 Milliliter. Von einer Hyperurikämie spricht man bei Werten ab 6,5 Milligramm pro 100 Milliliter. Wird eine bestimmte Harnsäurekonzentration im Blut überschritten, kann die Harnsäure auskristallisieren und sich in Gelenken, Weichteilen sowie in der Niere ablagern und so einen äußerst schmerzhaften Gichtanfall auslösen. Er ist durch eine Entzündung der Gelenke, besonders des Großzehengrundgelenks, gekennzeichnet, die mit Rötungen, Schwellungen, Fieber und starker Berührungsempfindlichkeit der betroffenen Gelenke einhergeht.

Die Beschwerden klingen nach einigen Tagen auch ohne Therapie von alleine ab, treten im Laufe der Zeit aber immer häufiger wieder auf. Hervorgerufen wird der Gichtanfall meist durch eine übermäßige Zufuhr harnsäurehaltiger Lebensmittel oder durch einen erhöhten Alkoholkonsum.

Bei der chronischen Gicht kommt es häufig zu einer Knorpel- und Knochenzerstörungen mit arthritischen Gelenkveränderungen sowie zu einer Entzündung des Nierengewebes durch entsprechende Harnsäurekristalle. Die in westlichen Ländern häufig zu beobachtende Über- und Fehlernährung begünstigt die Entstehung einer Hyperurikämie und damit der Gicht. Männer haben ein deutlich höheres Risiko für eine Hyperurikämie als Frauen.

Wichtigste diätetische Maßnahme ist die Verringerung der Purinzufuhr über die Nahrung, so dass weniger Harnsäure im Organismus anfällt. Häufig wird der Puringehalt der Nahrungsmittel direkt in Form von Harnsäure angegeben.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Harnsäuregehalte verschiedener Lebensmittel:

Lebensmittel | Milligramm Harnsäuregehalt pro 100 Gramm

  • Schweinefleisch | 150
  • Rindfleisch | 140
  • Kalbfleisch | 150
  • Huhn, gegrillt ohne Haut | 230
  • Kalbsbries | 900
  • Kalbsherz | 160
  • Kalbsleber | 240
  • Forelle ohne Haut | 150
  • Scholle ohne Haut | 130
  • Karpfen ohne Haut | 110
  • Bohnen, weiß | 180
  • Bohnen, grün | 42
  • Erbsen |150
  • Linsen | 160
  • Rosenkohl | 70
  • Blumenkohl | 45
  • Spinat | 50
  • Spargel | 25
  • Feldsalat | 24
  • Kopfsalat | 10
  • Kartoffeln |15
  • Vollmilch | 0
  • Emmentaler | 10
  • Vollei | 5

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