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Muskel-Dehnreflex


Der Muskel-Dehnreflex: Du fragst Dich, was man unter dem Muskel-Dehnreflex versteht und wozu er dient? Dann erhältst Du in folgendem Artikel die passenden Antworten.

Was ist der Muskel-Dehnreflex?

Unter dem Begriff Muskel-Dehnreflex wird ein Schutzmechanismus der Muskelspindel, die im Muskel parallel zu der Muskelfaser liegt, verstanden.

Wird ein Muskel ruckartig über die Schmerzgrenze hinaus gedehnt, kommt es aufgrund dieser reflektorischen Schutzfunktion zu einer plötzlichen Kontraktion des Muskels. Diese dient dazu die Muskellänge zu erhalten oder zu verlängern.

Da dieser Reflex allein durch Dehnung ausgelöst wird, bezeichnet man ihn auch als Dehnungsreflex oder in der kurzen Version: Dehnreflex.

Der Dehnreflex wird immer im selben Muskel hervorgerufen, der zuvor gedehnt wurde. Daher wird der Muskel-Dehnreflex auch als Eigenreflex bezeichnet.

Wann tritt der Muskel-Dehnreflex auf?

Der Muskel-Dehnreflex tritt vor allem nach dem Training bei falsch ausgeführten Dehn- oder Stretchingübungen auf.

Besonders betroffen sind dabei dynamische Dehnbewegungen, die zu schnell und zu kräftig ausgeführt werden (Anspannungs-Entspannungs-Dehnen).

Wozu dient der Muskel-Dehnreflex?

Der Muskel-Dehnreflex hat eine wichtige Bedeutung für den menschlichen Körper, die über die Schutzfunktion hinausgeht. Er dient auch als ein Steuer- und Regelsystem über Bewegungen.

Dank des Dehnreflexes ist der Mensch in der Lage, eine aufrechte Haltung einzunehmen und in dieser zu verbleiben – auch bei Bewegungen.

Er ist zudem für eine korrekte Stellung der Gliedmaßen zuständig und führt sie nach Ausführen einer zielmotorischen Bewegung wieder in die richtige Ausgangslage zurück.

Dieser Mechanismus ist besonders bei unwillkürlichem Fallen wichtig, um die Gliedmaßen schnell in eine Position zu bringen, die zu keinen Verletzungen führen.

Beispiel: Steht eine Person aufrecht und schwankt nach links, werden die Muskeln in den Beinen und im Rumpf gedehnt. Durch den Muskel-Dehnreflex kann dieses Schwanken jedoch ausgeglichen werden.

 

Anatomischer Hintergrund: Ablauf des Dehnreflexes

Wie läuft ein Muskel-Dehnreflex ab? Wird ein Muskel über die Schmerzgrenze hinaus gedehnt, wird dies über die Muskelspinden registriert und die Erregung über die Fasern an das Rückenmark weitergegeben.

Vom Rückenmarkt aus wird die Erregung an motorische Neurone (Alpa-Motoneurone) weitergegeben, woraufhin es zu einer Kontraktion der jeweiligen Muskeln kommt.

Dieser Vorgang ist bereits abgeschlossen, noch bevor Interneurone diese Information der Überdehnung an das Gehirn weitergegeben haben. Der Körper antwortet also sofort mit einem Reflex.

Sobald jedoch die Muskelspannung intensiver wird, wird sie durch Sehnenorgane wieder minimiert. Dies geschieht über hemmende Interneurone, die den kontrahierenden Muskeln mit den Muskelspinden verbinden.

Der ablaufende Reflex wird in der Erregungsübertragung als monosynaptisch bezeichnet.

Muskel-Dehnreflex: Informationsweitergabe

Beim Muskel-Dehnreflex spielen auch die sogenannten “Propriorezeptoren” eine wichtige Rolle. Sie sitzen in den Gelenken und Muskeln und können Informationen über Haltung, Position und Bewegung des Körpers vermitteln.

Diese sind wichtig, damit ein Dehnungsreiz auch während einer Bewegung stattfinden kann und Störungen im Ablauf einer Bewegung korrigiert werden können.

Auch die sogenannten Golgi-Sehnenorgane sind bei dem Schutzmechanismus des Dehnreflexes wichtig. Sie sitzen in den Skelettmuskeln und liegen, im Gegensatz zu den Muskelspindeln, nicht parallel zu den Muskelfasern.

Hinzu kommen mechanosensitive Fasern, welche im Bindegewebe der Gelenke liegen. Sie liefern auch Informationen über Veränderungen von Geschwindigkeit, Winkel oder Richtung der Bewegung.

Beschwerden beim Muskel-Dehnreflex

Liegt eine Erkrankung oder Beschädigung der peripheren Nerven vor, kann es zu Problemen beim Muskel-Dehnreflex kommen.

Es kann eine geschwächte Reflexreaktion stattfinden, aber auch eine gesteigerte oder gar keine. Ein Arzt kann dies zum Beispiel mit Hilfe eines Reflexhammers überprüfen.

Muskel-Dehnreflex abmildern

Der Muskel-Dehnreflex kann abgemildert und dadurch Zerrungen besser vermieden werden.

Dafür ist es wichtig, Dehnungen immer in korrekter Haltung und Bewegung auszuführen. Die Dehnübungen sollten nicht zu intensiv sein oder ruckartig geändert werden.

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