Mythen und Fakten im Fitnesstraining
Mythos 3: Muskelfaserbeanspruchung
Das Training der „unteren Bauchmuskeln“, des „inneren Bauchmuskels“ und des „äußeren Rückenmuskels“ klingt zwar faszinierend, ist allerdings mittels unterschiedlicher Übungsvariationen eher Utopie als Tatsache. Das Training des M.rectus abdominis (gerader Bauchmuskel) wird gerne in den „unteren“ und „oberen“ Part unterteilt.
Zwar zeigen EMG Messungen gewisse Unterschiede in der Aktivierung je nach dem ob man vom Rumpf her oder vom Becken her einrollt, allerdings ist es der ganze Muskel, der sich bei der Kontraktion zusammenzieht. Und das ist auch gut so! Wenn man die funktionelle Anatomie betrachtet, ist es nicht nur nie nachgewiesen, sondern eher sogar unwahrscheinlich, dass eine enge Griffstellung beim Brustdrücken tatsächlich den medialen (inneren) Anteil des M. Pectoralis major effektiver trainiert. Der Muskel zieht sich, ähnlich wie ein Gummiband, immer der Faserrichtung nach zusammen und versucht dadurch Ansatz und Ursprung anzunähern.
Ergo: der innere Teil kann nicht funktionell vom äußeren Teil unterschieden werden. Ebenso ist wohl ein Unterscheiden des lateralen (äußeren) und medialen (inneren) breiten Rückenmuskels (M. Latissimus dorsi) in seinem Faserverlauf wohl nicht möglich. Die Tatsache, dass bei einer engen Griffhaltung der „äußere Rücken“ subjektiv stärker beansprucht wird, könnte z.B. am stärkeren Einsatz M. Teres major liegen, der beinahe die gleichen Funktionen hat wie der Latissimus, allerdings etwas weiter außen am Rücken zu finden ist. Diese und viele weitere Behauptungen kann man sich selber wohl am besten erklären bei einem oftmals viel sagenden Blick in die funktionelle Anatomie des Homo Sapiens.













